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Ausblick

Mit steigender Lebenserwartung geht auch die Zunahme chronischer Erkrankungen einher. Die klassischen Behinderungen, wie wir sie von der Nachkriegszeit besonders gut in Erinnerung haben, sind gegenwärtig rückläufig. Im Gegensatz dazu stellen die chronischen Erkrankungen – meist multifaktoriell verursacht, progredient und häufig eng mit dem Lebensstil verknüpft – die neuen Behinderungen dar. Zu einer „restitutio ad integrum“ kommt es meist nicht mehr und der Betroffenen muss daher mit seiner Behinderung leben lernen. Bewegungstherapie und Sport können hierbei gute Hilfestellung bieten. Für die beiden exemplarisch vorgestellten Behinderungsarten sind zu Beginn der Rehabilitation physiotherapeutische Übungen, später dann sporttherapeutische und rehabilitationssportliche Maßnahmen indiziert und führen zu nachweislicher Verbesserung der Lebensqualität auf ihrer physischen, psychischen und sozialen Ebene. Es gibt keine „kostengünstigere“ Reha-Maßnahme! Da nach Schätzungen lediglich ca. 20-40 der Rehabilitanden den „Reha-Sport“ in Anspruch nehmen, gilt es hier noch vermehrt, bereits während des klinischen Aufenthaltes dafür zu sensibilisieren, um eine über die Klinik hinausreichende Motivation zur Bewegung zu erreichen. Nicht zuletzt hängt die Vermittlungsfähigkeit auch von den noch bei weitem nicht in allen Kliniken vorhandenen Sporttherapeuten und ihrem Verständnis für einen ganzheitlichen Therapieansatz ab. Für viele Rehabilitanden mit „klassischen“ Behinderungen bedeutet die Reha-Klinik ebenfalls eine wichtige erste Kontaktstelle bei der nach der therapeutisch orientierten Sporttherapie die Möglichkeit zum Wieder- oder auch Neueinstieg in den Sport, jetzt in den Behindertensport mit all seinen Facetten bis hin zum späteren Leistungssport angebahnt wird. Für die Betroffenen mit einer chronischen Erkrankung wird der nicht Leistungsausgerichtete Reha-Sport den Schlusspunkt ihrer sportlichen Ambitionen darstellen.

Von Klaus Schüle